Volkswagen. Das Urteil. VW-Bank erleidet durch fehlerhafte Autokreditverträge Totalschaden vor Gericht: Verbraucher fährt 70.000 km kostenlos Auto

Das Landgericht Ravensburg schreibt Rechtsgeschichte für Millionen Autofahrer. Nachdem bereits mehrere Gerichte entschieden haben, dass zahlreiche Autokreditverträge widerrufen werden können, hat das Landgericht Ravensburg nun als erstes deutsches Gericht entschieden: ein Verbraucher erhält alle gezahlten Raten zurück und muss der VW-Bank weder Wertersatz noch Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zahlen. Im konkreten Fall ist der Kläger damit 70.000 Kilometer kostenlos Auto gefahren. Insgesamt betroffen sind rund 1,5 Millionen fehlerhafte Autokreditverträge der VW-Bank und deren Zweigniederlassungen Audi Bank, Seat Bank und Skoda Bank.

Der von der Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig vertretene Kläger kaufte im Juni 2015 einen gebrauchten Skoda Roomster 1.2 TSI für 10.960 Euro. Das Auto finanzierte er bei der Volkswagen Bank und fuhr zwischenzeitlich damit rund 70.000 Kilometer. Motiviert von der Berichterstattung der Stiftung Warentest über ein ebenfalls von unserer Kanzlei vor dem Landgericht Berlin geführtes Verfahren, widerrief der Skoda-Fahrer seinen Darlehensvertrag noch im Mai 2017. Dabei berief er sich darauf, von der VW-Bank bei Vertragsschluss fehlerhaft belehrt worden zu sein. Er verlangte von seiner Bank die Rückzahlung aller von ihm bislang gezahlten Raten, und zwar ohne Abzug für Schäden am Fahrzeug oder Ersatz für die zwischenzeitlich zurückgelegten rund 70.000 Kilometer. Zu Recht wie das Landgericht Ravensburg jetzt mit Urteil vom 07.08.2018 (Az. 2 O 259/17) entschied.

Dieses Urteil ist ein Meilenstein im Verbraucherschutzrecht. Auf den ersten Blick erscheint das Urteil aus Verbrauchersicht geradezu übertrieben günstig, während es für Autobanken extrem hart ausfällt. Dennoch ist das Urteil richtig. Denn nur durch diese strenge Rechtsfolge kann erreicht werden, was das Gesetz unbedingt gewährleisten will: eine ordnungsgemäße Belehrung des Verbrauchers über seine Rechte beim Abschluss von Kreditverträgen. Banken, die ihre Kunden falsch belehren, können sich über die Härte des Gesetzes nicht beschweren.

Unser YouTube-Video zum Urteil:

Widerruf von Autokrediten als Ausweg für Verbraucher

Speziell für Diesel-Fahrer, die vom Abgasskandal oder von drohenden Fahrverboten betroffen sind, stellt der Autokreditwiderruf einen interessanten Ausweg dar.
Nach dem wirksamen Widerruf müssen Kauf- und Kreditvertrag rückabgewickelt werden. Die Autobesitzer geben ihren PKW einfach an die Bank zurück und müssen den Kredit nicht mehr abzahlen. Im Gegenteil: Die Bank muss die bisher gezahlten monatlichen Kreditraten und die gesamte Anzahlung zurückzahlen. Ein Wertersatz für die Verschlechterung des Fahrzeugs oder Nutzungsersatz für die gefahrenen Kilometer müssen nicht gezahlt werden, wie das Landgericht Ravensburg jetzt entschieden hat.

Der Widerruf ist zeitlich unbeschränkt möglich, auch Jahre nach Vertragsabschluss und sogar nach Rückzahlung des Kredits. Wenn Sie Ihren Autokredit widerrufen möchten, werden Sie in den meisten Fällen von Ihrer Verkehrsrechtsschutzversicherung unterstützt. Verbraucherschützer raten allerdings zu einer anwaltlichen Prüfung bevor der Widerruf erklärt wird.

 

Autokreditwiderruf auch bei zahlreichen anderen Autobanken möglich

Nicht nur die Volkswagen-Bank belehrt bei ihren Verträgen unzureichend. Praktisch alle Autobanken und Leasinggesellschaften belehren den Verbraucher nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht. Daher können Verbraucher ihren Finanzierungsvertrag auch noch nach Jahren widerrufen.

Die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig ist eine der bundesweit führenden Kanzleien zum Thema Widerruf von Autokreditverträgen. Speziell gegen die VW-Bank hat unsere Kanzlei nahezu alle bekanntgewordenen Urteile erstritten. Das Urteil aus Ravensburg ist das bundesweit erste, das der Autobank einen Wertersatz komplett versagt.

Mit dem kostenlosen Rechner von Dr. Lehnen & Sinnig können Sie selbst mit wenigen Klicks ausrechnen, ob es sich für Sie wirtschaftlich lohnt, Ihren Autokredit zu widerrufen.

Fahrverbote für Diesel in Hamburg – Widerruf von Autokrediten als Ausweg für Verbraucher

Fahrverbote für Diesel in Hamburg

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hat Hamburg als erste deutsche Stadt Fahrverbote für Diesel erlassen. Die Verbote gelten für zwei Straßenabschnitte im Stadtteil Altona-Nord, und zwar für Diesel, die nicht die Euro-Norm 6 erfüllen. Während das Fahrverbot auf der Stresemannstraße lediglich für Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen gilt, sind auf der Max-Brauer-Allee auch einfache Pkw vom Fahrverbot betroffen. Klar ist: auch weitere Städte werden Fahrverbote für Diesel einführen.

Diese Fahrverbote führen zu einem weiteren Wertverlust bei älteren, aber auch bei aktuellen Diesel-Fahrzeugen. So verlieren Diesel-Fahrer insgesamt viele Milliarden Euro, und zwar auch in ländlichen Gegenden, wo Fahrverbote eigentlich kein Thema sind.

Widerruf von Autokrediten als Ausweg für Verbraucher

Diesel-Fahrer, die ihr Fahrzeug finanziert haben, sind dieser „faktischen“ Enteignung aber nicht wehrlos ausgeliefert. Wenn der Diesel nämlich bei einer Autobank finanziert oder geleast wurde, haben Verbraucher sehr gute Chancen, sich ohne Verluste aus dieser Diesel-Falle zu befreien. Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen aus Trier erklärt: „Praktisch alle Autobanken und Leasinggeber belehren in ihren Verträgen nicht ordnungsgemäß über das sogenannte Widerrufsrecht. Daher können Verbraucher ihren Finanzierungsvertrag auch noch nach Jahren widerrufen. Das hat unser Musterprozess vor dem Landgericht Berlin (Az. 4 O 150/16) gegen die VW-Bank eindrucksvoll gezeigt. Der Kläger spart über 8.000 €.“

Wird der Finanzierungsvertrag wirksam widerrufen, müssen Kauf und Finanzierungsvertrag rückabgewickelt werden. Die Verbraucher müssen keinen Käufer für ihren wertlosen Diesel finden, sondern geben ihn einfach an die Bank zurück. Den Kredit müssen sie nicht mehr abzahlen. Im Gegenteil: Die Bank muss einen Großteil der bisherigen Kredit- oder Leasingraten zurückzahlen, ebenso die gesamte Anzahlung.

Zwischenzeitlich hat die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig weitere verbraucherfreundliche Urteile zum Autokreditwiderruf erstritten, etwa vor dem Landgericht Ellwangen (Urteil vom 25.01.2018, Az. 4 O 232/17) und vor dem Landgericht München I (Urteil vom 09.02.2018, Az. 29 O 14138). Auch das Landgericht Arnsberg hat einem Verbraucher gegen die VW-Bank bereits Recht gegeben.

Damit ist die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig die bislang erfolgreichste Kanzlei zum Thema Autokreditwiderruf.

Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen: „Diese Prozesserfolge sind keine Einzelfälle. Wir führen bereits mehrere Hundert Prozesse gegen alle namhaften Autobanken, insbesondere für Diesel-Fahrer. Aus den mündlichen Gerichtsverhandlungen zu diesem rechtlich sehr schwierigen Thema können wir berichten, dass die überwiegende Zahl der Gerichte unserer Argumentation folgt. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und angesichts der Fahrverbote bietet der Widerruf Verbrauchern mehr denn je einen geschickten Ausweg aus der unverschuldeten Diesel-Falle.“

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Bundesverwaltungsgericht: Diesel-Fahrverbote kommen – Widerruf von Autokrediten als Ausweg für Verbraucher

Diesel-Fahrverbote nach Urteil des Bundesverwaltungsgerichts - weitere Informationen bei Dr. Lehnen & Sinnig

Mit Urteil vom 27.02.2018 hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden: Diesel-Fahrverbote sind zur Wahrung der Luftreinheit bereits jetzt rechtlich möglich. Jetzt drohen Fahrverbote für Diesel in mindestens 70 deutschen Städten, allen voran Stuttgart, Düsseldorf, München und Hamburg. Bewohner und Pendler müssen sich also schnellstmöglich nach einem anderen Fahrzeug umsehen, wenn sie ihren Diesel zukünftig nicht an der Stadtgrenze abstellen wollen. Das Problem: die in Verruf geratenen Diesel, die in den letzten Monaten ohnehin schon starke Wertverluste erlitten haben, sind spätestens jetzt praktisch unverkäuflich. Der gesamte Dieselmarkt ist tot. Daher verlieren Diesel-Fahrer insgesamt viele Milliarden Euro, und zwar auch in ländlichen Gegenden, wo Fahrverbote eigentlich kein Thema sind.

Widerruf von Autokrediten als Ausweg für Verbraucher

Dieser „faktischen“ Enteignung sind Diesel-Fahrer wehrlos ausgeliefert, aber nur dann, wenn das Fahrzeug bar bezahlt wurde. Wenn der Diesel nämlich bei einer Autobank finanziert oder geleast wurde, haben Verbraucher sehr gute Chancen, sich ohne Verluste aus dieser Diesel-Falle zu befreien. Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen aus Trier erklärt: „Praktisch alle Autobanken und Leasinggeber belehren in ihren Verträgen nicht ordnungsgemäß über das sogenannte Widerrufsrecht. Daher können Verbraucher ihren Finanzierungsvertrag auch noch nach Jahren widerrufen. Das hat unser Musterprozess vor dem Landgericht Berlin (Az. 4 O 150/16) gegen die VW-Bank eindrucksvoll gezeigt. Der Kläger spart über 8.000 €.“

Wird der Finanzierungsvertrag wirksam widerrufen, müssen Kauf und Finanzierungsvertrag rückabgewickelt werden. Die Verbraucher müssen keinen Käufer für ihren wertlosen Diesel finden, sondern geben ihn einfach an die Bank zurück. Den Kredit müssen sie nicht mehr abzahlen. Im Gegenteil: Die Bank muss einen Großteil der bisherigen Kredit- oder Leasingraten zurückzahlen, ebenso die gesamte Anzahlung.

Zwischenzeitlich hat die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig weitere verbraucherfreundliche Urteile zum Autokreditwiderruf erstritten, ganz aktuell wieder vor dem Landgericht Ellwangen (Urteil vom 25.01.2018, Az. 4 O 232/17) und vor dem Landgericht München I (Urteil vom 09.02.2018, Az. 29 O 14138). Auch das Landgericht Arnsberg hat einem Verbraucher gegen die VW-Bank bereits Recht gegeben.

Damit ist die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig eine der bislang erfolgreichsten Kanzleien zum Thema Autokreditwiderruf, zu dem bundesweit bislang vier verbraucherfreundliche Urteile bekannt geworden sind.

Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen: „Diese Prozesserfolge sind keine Einzelfälle. Wir führen bereits mehrere Hundert Prozesse gegen alle namhaften Autobanken, insbesondere für Diesel-Fahrer. Aus den mündlichen Gerichtsverhandlungen zu diesem rechtlich sehr schwierigen Thema können wir berichten, dass die überwiegende Zahl der Gerichte unserer Argumentation folgt. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und angesichts der drohenden Fahrverbote bietet der Widerruf Verbrauchern mehr denn je einen geschickten Ausweg aus der unverschuldeten Diesel-Falle.“

Mit dem kostenlosen Rechner von Dr. Lehnen & Sinnig können Sie selbst mit wenigen Klicks ausrechnen, ob es sich für Sie wirtschaftlich lohnt, Ihren Autokredit zu widerrufen.

Diesel-Fahrverbote: Widerruf von Autokrediten als Ausweg für Verbraucher, um Wertverluste zu vermeiden

Das Bundesverwaltungsgericht hat seine mit Spannung erwartete Entscheidung zu Diesel-Fahrverboten vertagt. Die Unsicherheit bei Diesel-Fahrern bleibt hoch. Denn auch die EU-Kommission macht Druck und will Deutschland zur Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte von Stickoxiden in der Luft zwingen. Über 10 Millionen Diesel-Fahrer sind dem totalen Wertverlust ihres Fahrzeugs scheinbar wehrlos ausgeliefert.

Ein ganz aktuelles Urteil des Landgerichts München I (Az. 29 O 14138) vom 09.02.2018 gibt betroffenen Diesel-Fahrern neue Hoffnung, jedenfalls dann, wenn sie ihr Fahrzeug bei einer Autobank finanziert haben. Das Gericht hat entschieden, dass Autokreditverträge der VW-Bank rechtsfehlerhaft sind und daher zeitlich unbeschränkt widerrufen werden können.

Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen erklärt: „Praktisch alle Autobanken und Leasinggeber belehren in ihren Verträgen nicht ordnungsgemäß über das sogenannte Widerrufsrecht. Daher können Verbraucher ihren Finanzierungsvertrag auch noch nach Jahren widerrufen.“

Wird der Kreditvertrag wirksam widerrufen, müssen Kauf- und Finanzierungsvertrag rückabgewickelt werden. Die Verbraucher müssen keinen Käufer für ihren wertlosen Diesel finden, sondern geben ihn einfach an die Bank zurück. Den Kredit müssen sie nicht mehr abzahlen. Im Gegenteil: Die Bank muss einen Großteil der bisherigen Kredit- oder Leasingraten zurückzahlen, ebenso die gesamte Anzahlung.

Das Münchener Urteil ist nicht das erste, dass die Trierer Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig erstritten hat. Bereits im Dezember 2017 hat die Kanzlei vor dem Landgericht Berlin (Az. 4 O 150/16) einen ersten Musterprozess eines Diesel-Fahrers gegen die VW-Bank gewonnen. In einem weiteren Prozess vor dem Landgericht Ellwangen (Az. 4 O 232/17) waren die Trierer Verbraucheranwälte im Januar 2018 ebenfalls gegen die Autobank erfolgreich.

Damit ist die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig eine der erfolgreichsten Kanzleien zum Thema Autokreditwiderruf, zu dem bundesweit bislang vier verbraucherfreundliche Urteile bekannt geworden sind.

Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen: „Unsere Kanzlei führt bereits mehrere Hundert Prozesse gegen alle namhaften Autobanken, insbesondere für Diesel-Fahrer. Aus den mündlichen Gerichtsverhandlungen zu diesem rechtlich sehr schwierigen Thema können wir berichten, dass die überwiegende Zahl der Gerichte unserer Argumentation folgt. Angesichts der drohenden Fahrverbote in 70 deutschen Städten bietet der Widerruf Verbrauchern mehr denn je einen geschickten Ausweg aus der unverschuldeten Diesel-Falle.“

ARD plusminus berichtet über erfolgreichen Musterprozess der Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig gegen die Volkswagen Bank

Das ARD-Verbrauchermagazin plusminus berichtet im Beitrag „Neue Hoffnung für VW-Geschädigte?“ über den erfolgreichen Musterprozess der Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig gegen die Volkswagen Bank vor dem Landgericht Berlin (Az. 4 O 150/16).

Beitrag und Interview mit Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen abrufbar unter https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sr/VW-Geschaedigte-102.html

Dr. Lehnen & Sinnig gewinnt Musterprozess gegen VW-Bank vor dem Landgericht Berlin – Touran-Fahrer spart 8.559,36 €

Es ist DER Ausweg aus der Dieselfalle, und zwar nicht nur für die betrogenen Käufer von Schummeldieseln, sondern für alle Dieselfahrer, die allesamt von massiven Wertverlusten und drohenden Fahrverboten betroffen sind – der wirtschaftliche Vorteil des Widerrufs ist erstaunlich hoch: im Musterprozess spart der Touran-Fahrer 8.559,36 €

Landgericht Berlin bestätigt Fehler in Autokrediten der Volkswagen Bank: Verträge sind zeitlich unbeschränkt widerrufbar

Das Landgericht Berlin hat mit Urteil vom 05.12.2017 (Aktenzeichen 4 O 150/16) in dem von der Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig geführten Musterprozess entschieden: die Volkswagen Bank belehrt Verbraucher nicht ordnungsgemäß über das gesetzlich zwingend vorgesehene Widerrufsrecht. Dabei attestiert das Gericht der Bank des Volkswagen Konzerns gleich mehrere Fehler bei gleich mehreren Pflichtangaben. Deshalb können Verbraucher den Autokredit auch Jahre nach Vertragsschluss zeitlich unbeschränkt widerrufen. Das bedeutet: nicht nur der Kreditvertrag muss rückabgewickelt werden, sondern auch der Autokaufvertrag. Der Verbraucher bleibt nicht auf seinem teuer bezahlten jetzt aber praktisch wertlosen Diesel sitzen, sondern kann ihn einfach zurückgeben, und zwar nicht an den Händler, sondern an die Autobank.

Schuldet der Verbraucher eine Entschädigung für die gefahrenen Kilometer?

In einem Punkt folgte das Gericht unserer Klage allerdings nicht. Anders als wir geht das Gericht davon aus, dass der Verbraucher für die von ihm mit dem finanzierten Fahrzeug gefahrenen Kilometer eine Entschädigung zahlen muss. Das mag man im Ergebnis als „angemessen“ erachten, weil der Verbraucher ansonsten praktisch über Jahre kostenlos gefahren wäre. Wir halten diesen Teil des Urteils aber dennoch für falsch, weil das Gesetz einen solchen Wertersatz spätestens seit dem 14.06.2014 bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung ausschließt.

Widerruf auch unter Anrechnung der gefahrenen Kilometer erstaunlich lukrativ – ansonsten erst recht

Nach der Urteilsverkündung in Berlin kam die Frage auf, ob der Widerruf auch unter Anrechnung von Wertersatz für die gefahrenen Kilometer wirtschaftlich sinnvoll ist. Diese Frage lässt sich mit einem klaren JA beantworten. Wir rechnen nach am konkreten Fall, der in Berlin verhandelt wurde. Das Ergebnis ist eindeutig:

Kaufpreis: 22.800 €
0%
aktueller Marktwert: 11.300 €
0%
Gegenwert bei Widerruf: 19.859 €
0%

Die Eckdaten:

Kaufpreis im April 2014: 22.800 €

Anzahlung: 8000 €

Kreditbetrag: 14.800 €

Rückzahlung durch 48 Monatsraten zu jeweils 245,48 € und Schlussrate über 5.000 €

zwischenzeitlich zurückgelegte Fahrstrecke: 40.469 km

Der Vorteil des Widerrufs: 8.559,36 €

Ab Widerruf muss der Verbraucher die restlichen Kreditraten bis zum Vertragsende nicht zahlen. In dem Berliner Fall waren das die letzetn 10 Monatsraten zu je 245, 48 € und die Schlussrate 5.000 €.

Dadurch spart der Verbraucher insgesamt 7.454,80 €, die er ohne Widerruf zur Ablösung des Darlehens eigentlich noch an die Bank zahlen müsste.

Zudem erhält der Kläger laut Landgericht Berlin von seinen bisherigen Zahlungen – nach Abzug von 3.911,37 € für 40.469 km – noch 12.404,56 € von der Bank zurück.

Im Gegenzug muss er das Auto natürlich an die Bank zurückgeben.

Wenn der Verbraucher also ohne Widerruf ebenso gut stehen will wie mit Widerruf, müsste er das Auto nach vollständiger Tilgung des Kredits für 19.859,36 € (7.454,80 € + 12.404,56 €) verkaufen (rechnerischer Gegenwert des Fahrzeugs bei Widerruf).

Der aktuelle Verkaufswert beträgt laut Schwacke aber lediglich 11.300 € (laut DAT ohne Sonderausstattung: 10.562 €).

Mit Widerruf steht der Verbraucher also 8.559,36 € besser als ohne Widerruf, und zwar selbst dann, wenn man mit dem Landgericht Berlin Wertersatz für die gefahrenen Kilometer in Abzug bringt.

ZDF-WISO berichtet über erfolgreichen Musterprozess der Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig gegen die Volkswagen Bank

Das ZDF-Verbrauchermagazin WISO berichtet im Beitrag „VW-Finanzierungsverträge möglicherweise widerrufbar“ über den erfolgreichen Musterprozess der Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig gegen die Volkswagen Bank vor dem Landgericht Berlin (Az. 4 O 150/16).

Beitrag und Interview mit Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen abrufbar unter https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/vw-finanzierungsvertrag-vielleicht-widerrufbar-100.html