10 Fragen zum Mercedes Abgasskandal

Update (Oktober 2019): KBA ordnet Rückruf von 100.000 Mercedes Sprintern an

Das nächste Kapitel im Mercedes Abgasskandal betrifft eine neue Zielgruppe von Mercedesfahrern: Gewerbetreibende und Unternehmen. Weiter lesen…


Update (Juli 2019): Landgericht verurteilt Daimler AG zu Schadensersatz für Mercedes GLK 250 CDI Euro 5

In einem aktuellen Urteil hat das Landgericht Stuttgart (AZ 23 O 127/18) die Daimler AG zu Schadensersatz verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Daimler AG bei einem Fahrzeug des Modells GLK 250 CDI Euro 5 eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut hat. Weiter lesen…


Update (Juni 2019): KBA ruft 60.000 Mercedes zurück.

Laut übereinstimmenden Medienberichten ruft das Kraftfahrtbundesamt 60.000 Mercedes GLK zurück. Bei dem Modell sollen Abgaswerte manipuliert worden sein. Weitere Mercedes-Modelle könnten zudem betroffen sein. Weiter lesen…

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Das Verkehrsministerium hat den Rückruf von 238.000 Mercedes in Deutschland angeordnet. Mercedes steht unter dem Verdacht, bei den Modellen Mercedes C-Klasse und Mercedes GLC unerlaubte Abschalteinrichtungen verbaut zu haben. Hierbei handelt es sich auch um Autos, die der neuesten Abgasnorm Euro 6 entsprechen.

Die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig beantwortet Ihnen die 10 häufigsten Fragen rund um den Abgasskandal von Mercedes:

 

Welche Mercedes Modelle sind vom Abgasskandal betroffen?

Oktober 2019

Der Transporter für zahlreiche Handwerker und Dienstleister in Deutschland ist der Mercedes-Benz Sprinter. Nun sollen auch die Nutzfahrzeuge von Mercedes vom Abgasskandal betroffen sein.

Juni 2019
Das Bundesverkehrsministerium ruft 60.000 Mercedes GLK 220 CDI der Euro-5-Abgasnorm zurück.

Juni 2018
Neben 5.000 Mercedes Vito (Transporter) wurden auch die Mercedes C-Klasse und den Mercedes Geländewagen GLC in die Werkstätten zurückgerufen. Das KBA untersucht gegenwärtig noch die Mercedes G-Klasse, das Mercedes E-Coupé, die Mercedes S-Klasse, den Mercedes GLE und die Mercedes C-Klasse mit Renault-Motor.

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UPDATE: Hier können Sie anhand Ihrer Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) prüfen, ob Ihr Mercedes von dem Abgasskandal betroffen ist. Zur Prüfung

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Welche Mercedes Motoren sind betroffen?

Bislang konzentrieren sich die Behörden auf die weit verbreitete Motoren OM642 und OM651. Der OM651 ist ein Vierzylinder, der in zwei Varianten mit 1,8 oder 2,2 Litern Hubraum verbaut wird. Der OM642 ist ein V6-Dieselmotor mit 3,0 Litern Hubraum, der seit dem Jahr 2005 gebaut wurde und aktuell noch in zwei Baureihen eingesetzt wird. Inzwischen nehmen die Ermittler auch den OM622 unter die Lupe – also jenen Motor, der in den vom Kraftfahrt-Bundesamt beanstandeten Vito-Modellen eingebaut wird.

Was wird Mercedes im „Abgasskandal“ vorgeworfen?

Daimler wird vorgeworfen, dass sie Dieselabgaswerte durch eine Abschalteinrichtung manipuliert haben sollen. Diese Abgasmanipulation wurde nun amtlich bescheinigt. Das sogenannte „Defeat Device“ erkennt, ob sich ein Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet und reduziert dann den Stickoxidausstoß. Im Alltag weisen die Abgaswerte der betroffenen Fahrzeuge von Mercedes auf der Straße jedoch einen deutlich höheren Stickoxidwert aus.

Welche Konsequenzen drohen Mercedes Besitzern?

Autobesitzer müssen bei einem verpflichtenden Rückruf des KBA mit ihrem Mercedes in die Werkstatt und erhalten dort ein Softwareupdate. So sollen die illegalen Abschalteinrichtungen entfernt und der Stickoxidausstoß gesenkt werden.

Von dem bereits länger bekannten Abgasskandal von Volkswagen berichten VW- Fahrer allerdings immer wieder, dass ihr Fahrzeug nach dem Update einen höheren Kraftstoffverbrauch hat oder die Motorenleistung nachlässt.

Zudem ist zu erwarten, dass der Abgasskandal zu einem Wertverlust bei Ihrem Fahrzeug führen wird.

Wie können sich betroffene Mercedes-Fahrer wehren?

Ist Ihr Mercedes vom Abgasskandal betroffen, dann können Sie Ihre gegebenenfalls bestehenden Ansprüche gegen Ihren Verkäufer und gegen die Daimler AG geltend machen. Gegenüber dem Verkäufer (z.B. Autohaus) bestehen zunächst Nacherfüllungsansprüche. Der Käufer kann entweder nach seiner Wahl die Nachbesserung (Reparatur) seines Mercedes verlangen oder die Lieferung eines mangelfreien Neuwagens fordern. Sollten Nachbesserung und Nachlieferung nicht möglich sein oder verweigert der Verkäufer die Nacherfüllung, besteht die Möglichkeit, den Kaufvertrag Ihres Mercedes rückgängig zu machen und den Kaufpreis zurück zu fordern. Dieser Rücktritt ist auch dann noch möglich, wenn das Software-Update bereits aufgespielt wurde.

Für den Fall, dass Ihr Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist, sollten Sie zeitnah handeln, um bestehenden Ansprüche nicht zu riskieren. Anderenfalls droht die Verjährung. Die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig prüft welche konkreten Ansprüche in Ihrem Fall bestehen. Die erste anwaltliche Einschätzung ist für Sie kostenlos und unverbindlich.

Sollten Sie Ihr Fahrzeug finanziert haben, finden Sie mehr Informationen in Frage 9.

Wie kann ich gegen Mercedes klagen?

Da das Thema komplex ist, empfehlen wir Ihnen, sich zunächst von einer spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei beraten zu lassen. Unsere Kanzlei vertritt bereits im VW Abgasskandal die rechtlichen Interessen von sehr vielen betroffenen Autofahrern. Hier wurde durch uns das erste Urteil eines Oberlandesgerichts gegen die Volkswagen AG erstritten. Die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig berät Sie im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen Ersteinschätzung über die rechtlichen Möglichkeiten im Mercedes Abgasskandal.

Ist mein Mercedes von Fahrverboten betroffen?

Als erste deutsche Stadt hat Hamburg bereits Dieselfahrverbote erlassen. Weitere Städte wie z.B. Berlin oder Stuttgart sind zwischenzeitlich gefolgt. In vielen weiteren Städten drohen ebenfalls Fahrverbote. Von den (drohenden) Dieselfahrverboten ist grundsätzlich jedes Diesel-Fahrzeug betroffen, außerdem tragen sie zum Wertverlust des Fahrzeugs bei.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die für die Rechtsvertretung anfallenden Kosten werden in der Regel von einer bestehenden Verkehrsrechtsschutzversicherung übernommen, sofern diese bereits zum Zeitpunkt der Anschaffung des Fahrzeugs bestanden hat.

Hatten es Volkswagen-Kunden anfänglich noch schwer und mussten mühsam eine Deckungszusage ihrer Rechtsschutzversicherung erkämpfen, gewähren diese in Abgasstreitigkeiten heute überwiegend unproblematisch eine Deckung.
Wir prüfen Ihren Fall vorab kostenlos und unverbindlich und fragen gleichzeitig auch die Kostenübernahme bei Ihrer Versicherung an.

Mein Mercedes ist finanziert. Was kann ich jetzt tun?

Wenn Sie ihren Mercedes bei einer Autobank finanziert haben, können Sie ggf. Ihren laufenden oder auch Ihren bereits abgelösten Autokredit widerrufen. Dies hat zur Folge, dass der Darlehensvertrag und der hiermit verbundene Fahrzeugkaufvertrag rückabgewickelt werden müssen. Für die Erfolgsaussichten des Autokreditwiderrufs ist allein entscheidend, dass der abgeschlossene Finanzierungsvertrag fehlerhaft ist und Sie nicht ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht belehrt wurden. In diesen Fällen ist die jeweils finanzierende Bank (z.B. Mercedes Bank) verpflichtet, dem Käufer alle geleisteten Zahlungen zu erstatten. Hierzu gehört neben den monatlichen Raten auch die an das Autohaus geleistete Anzahlung.

Die finanzierende Bank hat lediglich einen Anspruch auf die in den monatlichen Raten enthaltenen Zinsanteile. Den weit überwiegenden Tilgungsanteil der Raten und die gesamte Anzahlung erhält der Verbraucher, gegen Rückgabe seines Mercedes, von der finanzierenden Bank zurück.

Die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig Rechtsanwälte ist eine der bundesweit führenden Kanzlei beim Thema Autokredit-Widerruf. Der erfolgreiche Musterprozess der Kanzlei gegen die VW-Bank schlug hohe Wellen, spätestens seitdem die Stiftung Warentest, ZDF und ARD darüber berichteten.

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UPDATE: ZDF WISO berichtet über erfolgreichen Prozess der Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig gegen die Mercedes Benz Bank. Mehr lesen

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Muss mein Mercedes ein Software-Update erhalten?

Viele Mercedes-Fahrer haben Angst, dass ihr Mercedes vom Kraftfahrtbundesamt stillgelegt wird. Aus unserer Sicht gibt es jedoch keinen Grund, sich unter Androhung von Zwangsstilllegungen fragwürdige Softwareupdates aus der Hand des Herstellers aufdrängen zu lassen. Ob diese eilig entwickelten Updates letztlich überhaupt die Abgaswerte verbessern ist fraglich, nur dass sie erhebliche Folgeschäden an den teuren Autos verursachen können, ist aus den VW-Fällen hinlänglich bekannt. Sollten Sie Post von Daimler oder dem KBA bekommen, ist es am besten, den Rat eines auf den Abgasskandal spezialisierten Anwalts einzuholen.