Abgasskandal – Razzia bei Opel

Abgasskandal Razzia Opel
Ein verpflichtender Rückruf für die Modelle Cascada, Insignia und Zafira wird immer wahrscheinlicher.
Das hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Frankfurt haben heute die Geschäftsräume von Opel in Rüsselsheim und in Kaiserslautern durchsucht.
Medienberichten zufolge liegt eine Strafanzeige des Kraftfahrtbundesamtes vor. Opel soll Dieselfahrzeuge mit manipulierter Abgassoftware in Umlauf gebracht haben. Laut der Frankfurter Oberstaatsanwaltschaft geht es um vier Fahrzeugtypen der Abgasnorm Euro 6.
Bereits im Sommer wurde bekannt, dass das Bundesverkehrsministerium in Berlin eine Anhörung gegen Opel anordnete. Opel sollte sich damals zu den Vorwürfen von unzulässigen Abschalteinrichtungen äußern. Wie bereits bei Volkswagen, Skoda, Audi, Seat, Porsche oder Mercedes gab es den Verdacht der Manipulationen.

Klagewelle gegen Opel?

Angesichts immer neuer Diesel-Fahrverbote und hohen Wertverlusten der Autos, sind viele Opel-Fahrer nun besorgt. Neben Stuttgart, Hamburg und Frankfurt hatte zuletzt die Hauptstadt Berlin Fahrverbote angekündigt.

Als der Abgasskandal bei Volkswagen im Jahr 2015 bekannt wurde, mussten Geschädigte erst mühsam eine Deckungszusage ihrer Rechtsschutzversicherung erkämpfen. Heute gewähren alle Verkehrsrechtsschutzversicherungen in Abgasstreitigkeiten unproblematisch Deckung. Auch vor Gericht verliert Volkswagen heute zahlreiche Prozesse.

Rechtsanwalt Dr. Christof Lehnen: „Sollte sich der Verdacht gegen Opel bestätigen, ist die rechtliche Ausgangsposition für betroffene Opel-Kunden besser als sie es anfänglich für Volkswagen-Kunden war. Die VW-Fahrer haben den Klageweg geebnet und praktisch alle Ampeln auf Grün gestellt. Auch für Opel-Fahrer gibt es keinen Grund, sich betrügen zu lassen. Und erst recht gibt es keinen Grund, sich unter staatlicher Androhung von Zwangsstilllegungen fragwürdige Software-Updates aus der Hand des betrügenden Herstellers aufdrängen zu lassen. Ob diese eilig entwickelten Updates überhaupt funktionieren, ist fraglich und dass sie erhebliche Folgeschäden an den Autos verursachen können, ist aus den VW-Fällen hinlänglich bekannt.“

So werden Sie Ihren Diesel jetzt los.

Die Kanzlei Dr. Lehnen und Sinnig hat in der jüngsten Vergangenheit die wohl zwei wichtigsten Urteile rund um das Thema Abgasskandal und Autokreditwiderruf erstritten.

Bereits im Juni hatte das OLG Köln, in einem von der Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig geführten Klageverfahren, mit einer Sensationsentscheidung im VW-Abgasskandal aufhorchen lassen. Das Gericht hatte als erstes deutsches Oberlandesgericht einen ortsansässigen Autohändler zur Rücknahme eines VW Eos 2,0 TDI gezwungen. In dem Fahrzeug war eine verbotene Abschalteinrichtung verbaut.

Zum Thema Autokreditwiderruf entschied dann im August das Landgericht Ravensburg als erstes deutsches Gericht: Ein Verbraucher erhält alle gezahlten Raten zurück und muss der VW-Bank weder Wertersatz noch Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zahlen. Im konkreten Fall ist der Kläger damit 70.000 Kilometer kostenlos Auto gefahren. Speziell für Diesel-Fahrer, die vom Abgasskandal oder von drohenden Fahrverboten betroffen sind, stellt der Autokreditwiderruf einen interessanten Ausweg dar. Lesen Sie hier mehr zum Urteil, das Rechtsgeschichte für Millionen Autofahrer schrieb.